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Nobelpreisträger (DPG-Mitglieder)

2014

Stefan W. Hell
Hell entwickelte ein neuartiges Mikroskopieverfahren, das sogenannte STED (Stimulated Emission Depletion). Über einhundert Jahre lang nahm man an, dass sich mit Lichtmikroskopen keine Objekte scharf abbilden ließen, die kleiner sind als die Hälfte der Wellenlänge des verwendeten Lichts. Grund dafür ist die sogenannte Beugung von Lichtwellen. Mit dem STED-Mikroskop, das nicht beugungsbegrenzt ist, lassen sich heute Strukturen von wenigen Nanometern (Milliardstel Meter) auflösen. Es eignet sich daher für die Untersuchung von einzelnen Molekülen selbst in lebenden Zellen.

2007

Peter Grünberg
Grünbergs Arbeiten über magnetische Materialien setzten in den 1990er-Jahren eine Revolution im Bereich der Magnetspeicher in Gang. So beruht die enorme Leistung heutiger Computer-Festplatten maßgeblich auf dem von Peter Grünberg und dem Franzosen Albert Fert entdeckten Phänomen des „Riesenmagnetowiderstands“. Für diese Entdeckung wurden beide Forscher mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.

Gerhard Ertl
Für seine Arbeiten über chemische Reaktionen an der Oberfläche fester Materialien erhielt Gerhard Ertl den Nobelpreis für Chemie. Solche Reaktionen werden in Gestalt der „Katalyse“ unter anderem von der chemischen Industrie genutzt, um Düngemittel herzustellen. Außerdem reinigen sie Abgase und lassen Brennstoffzellen Strom produzieren. Dabei sind Material-Oberflächen die Bühne, auf der die Atome und Moleküle der reagierenden Substanzen zueinander finden. Wie dies geschieht – diese Erkenntnis verdanken wir maßgeblich Ertls Untersuchungen.

2005

Theodor Hänsch
Professor Hänsch wird damit für Arbeiten ausgezeichnet, die er Ende der 90er Jahre am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München ausführte: die Entwicklung eines optischen "Frequenzkamm-Synthesizers", der es erstmals ermöglicht, die Zahl der Lichtschwingungen pro Sekunde - etwa eine Milliarde mal eine Million - genau zu zählen. Solche optischen Frequenzmessungen können millionenfach genauer sein als herkömmliche spektroskopische Bestimmungen der Wellenlänge von Licht.

2001

Wolfgang Ketterle
Den Nobelpreis erhielt Ketterle zusammen mit den beiden US-Amerikanern Eric A. Cornell und Carl E. Wieman für die Bose-Einstein-Kondensation. Einstein hatte dieses Phänomen auf der Basis einer Arbeit des jungen indischen Physikers Satyendra Nat Bose von 1924 vorhergesagt. Die Überprüfung setzte allerdings die Herstellung extrem niedriger Temperaturen voraus, die sich technisch erst in den 1990er Jahren erzeugen ließen.

Daher gelang die Bestätigung des Phänomens erst in den Experimenten der drei Nobelpreisträger ab 1995 bei Temperaturen von weniger als 170 Milliardstel Grad Kelvin. Die Eigenschaften des Bose-Einstein-Kondensats stimmten perfekt mit den mehr als 70 Jahre zuvor von Einstein getroffenen Vorhersagen überein.

1995

Paul Josef Crutzen
Paul Crutzen, Mario Molina und Sherwood Rowland haben es durch ihre bahnbrechenden Leistungen ermöglicht, daß man heute die chemischen Prozesse der Bildung und des Abbaus von Ozon erklären kann. Ihr allerwichtigster Beitrag besteht darin, daß sie nachgewiesen haben, wie empfindlich die Ozonschicht auf die Emission gewisser durch die Menschheit verursachter Luftverunreinigungen reagiert. Es hat sich gezeigt, daß die dünne Ozonschicht eine Achillesferse der Menschheit darstellt, die durch scheinbar maßvolle Veränderungen der Zusammensetzung der Atmosphäre ernsthaft geschädigt werden kann. Durch ihre Klarlegung der chemischen Mechanismen, die die Konzentration des atmosphärischen Ozon bestimmen, wie durch ihre warnende Vorhersage vor den Folgen einer ungehemmten Emission ozonzerstörender Gase haben die drei Wissenschaftler dazu beigetragen, uns alle vor einem globalen Umweltproblem zu bewahren, das katastrophale Konsequenzen bekommen könnte.

1987

Johannes Georg Bednorz und K. Alex Müller
Den Nobelpreis für Physik erhielt Bednorz zusammen mit dem Schweizer Physiker K. Alex Müller für die Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung. Schon seit 1911 ist bekannt, dass viele Metalle bei minus 269 Grad Celsius den elektrischen Widerstand verlieren, Strom also ohne Verlust leiten.

Eine praktische Umsetzung dieser Erkenntnis in der Technik war jedoch nicht möglich, da sich derartige Temperaturen nur mit extrem hohem Aufwand erzeugen lassen. Bednorz und Müller entdeckten, dass die Supraleitung auch mit Keramiken aus Kupferoxiden bei nur minus 140 Grad Celsius erreichbar ist und damit in einem Temperaturbereich, der sich mit erheblich geringerem Aufwand erreichen lässt.

1985

Klaus von Klitzing
Klaus von Klitzing erhielt den Physik-Nobelpreis für die Entdeckung des Quanten-Hall-Effekts. Dieser 1980 experimentell entdeckte Quanteneffekt für den elektrischen Widerstand war die Grundlage für die Ermittlung einer grundlegenden Konstanten, der von Klintzing-Konstante, die zur exakten Eichung von Messgeräten genutzt wird. Den Effekt entdeckte der Physiker bei einem Experiment unter extrem niedrigen Temperaturen und extrem hohen Magnetfeldern.

Die Erkenntnisse hatten darüber hinaus weitgehende Konsequenzen für das Verständnis von Quanteneffekten und damit für die Frage des Aufbaus der Materie.
 
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